Dehnübungen für die Beine

Das
Dehnen der Beinmuskulatur
durch Dehnübungen
ist ein oft
vernachlässigter Teil der vorbereitenden Übungen bei
einer Vielzahl
sportlicher Betätigungen. Vielen Sporttreibenden ist nicht
einmal
bewusst in wieweit sich das Verletzungsrisiko durch eine gute Dehnung
der Beinmuskulatur minimiert. Eine der häufigsten
Sport
relevanten
Verletzungen ist die Innen- bzw. Außenbanddehnung oder sogar
der Innen-
oder Außenbandabriss am Sprunggelenk. Diese Verletzung
entsteht durch
das plötzliche Umschlagen des Fußgelenks, etwa beim
Laufen auf unebenem
Boden.
Wenn die Muskulatur nicht schnell gut reflektorisch angespannt wird und die Bänder nicht ausreichend gedehnt sind kommt es zu einer sehr schmerzhaften Zerrung oder sogar zum Abriss der Bänder. Das Dehnen dient ebenfalls dazu, die Muskulatur auf die erhöhte Belastung vorzubereiten, die Durchblutung anzuregen, die Muskelfasern zu stimulieren und zu Dehnen um sie geschmeidiger zu machen. Wird dies vernachlässigt, ist die Gefahr einer Muskelfaserzerrung, oder im schlimmsten Fall eines Muskelfaserrisses sehr hoch. Die Muskelfaserzerrung macht sich durch ein starkes Ziehen in der betroffenen Muskelregion, meist am Oberschenkel, bemerkbar. Der Muskelfaserriss ist vergleichbar mit dem Gefühl eines Messerstichs in den Muskel und die Betroffenen sind meist nicht in der Lage sich weiter zu bewegen.
Doch soweit muss es
nicht kommen, durch eine
ausgewogene
Dehnung kann dieser Gefahr weitestgehend vorgebeugt
werden. Nun stellt
sich noch die Frage ob Dehnübungen für die Beine
für alle Sportarten
sinnvoll sind. Ausgenommen sind nur Sportarten,
in denen die
Sprungkraft
nicht minimiert werden darf, wie beispielsweise beim
Hochsprung. Hier ist es wichtig nicht zu Überdehnen,
um nicht
an
Sprunghöhe zu verlieren. In allen anderen Sportarten sind
Dehnübungen
für die Beinmuskulatur von höchster Wichtigkeit.
Dehnübung für den Hüftbeuger
Stellen Sie sich auf Ihr
stärkeres Bein,
sprich Sprungbein,
und winkel
Sie das andere Bein an, greifen Sie mit der seitengleichen Hand hinter
dem Rücken nach dem Fuß und ziehen Sie die
Fußsohle so weit wie möglich
ans Gesäß. Das Standbein bleibt dabei gestreckt, der
Oberkörper
aufrecht und die Knie sollen möglichst nah beieinander
bleiben. Um
Gleichgewichtsprobleme
zu vermeiden, führen Sie diese
Dehnübung am
besten nahe eines Gegenstandes aus an dem Sie sich mit der freien Hand
sicher halten können.
Nach ca. 20 Sekunden wechseln Sie das Bein und führen die
gleiche Übung mit dem anderen Bein durch.
Diese Dehnübung ist besonders wichtig für
Läufer, da der Muskelaufbau
am Oberschenkel häufig zu einer
Verkürzung des
Hüftbeugers führt.
Dehnübung für die rückwärtige Oberschenkelmuskulatur
Stellen Sie sich in Schrittstellung
auf. Das heißt, Sie
führen mit einem
Bein eine Schrittbewegung nach vorne aus, bis die
Füße etwa 6 Fuß weit
auseinander stehen. Dabei achten Sie darauf, dass beide
Fußspitzen
gradlinig nach vorne zeigen. Die Belastung des Körpergewichts
ruht auf
Ihrem vorderen, leicht gebeugten, Bein. Das hintere Bein bleibt
gestreckt und die Ferse fest auf dem Boden. Nun beugen Sie das vordere
Bein so weit, das Sie eine deutliche Dehnung im
rückwärtigen Teil des
Oberschenkels
spüren. Gegebenenfalls erweitern Sie den Abstand
Ihrer
Füße etwas, um ein höheres Maß an
Dehnung zu erreichen. Mit den Händen
können Sie sich auf dem vorderen, leicht gebeugten, Bein
abstützen,
wobei der Rücken gestreckt und auf keinen Fall im Hohlkreuz ist.
Auch diese Übung wird nach etwa 20 Sekunden mit dem anderen
Bein wiederholt, bis auch dort eine deutliche Dehnung zu
spüren ist.
Dehnübung für die Wadenmuskulatur
Um nun abschließend die Wadenmuskulatur
zu dehnen nehmen Sie
erneut die
Schrittstellung ein, belasten das hintere leicht gebeugte Bein und
stellen das vordere gestreckte Bein lediglich mit der Ferse auf und
ziehen die Fußspitze aktiv in Richtung Körper, bis
Sie eine eindeutige
Dehnung der unteren
Wadenmuskulatur spüren. Auch diese
Übung wiederholen Sie gleichmäßig auf beiden Seiten ca. 20
Sekunden lang.
Diese Dehnübung
für die Beine sollten vor
und nach der sportlichen
Betätigung ausgeführt werden um zunächst die
Muskulatur und das
Bändersystem auf die Belastung vorzubereiten und
nach
Abschluss der
Trainings die Muskulatur sanft aufzudehnen, um Verkrampfungen oder
Muskelkater
vorzubeugen.